Rega RP-1 Plattenspieler

Jeder fängt einmal klein an, so auch der geneigte Liebhaber von den Rundscheiben aus Vinyl. Wer dementsprechend einen Plattenspieler für den Einstieg sucht, der nicht zu teuer ist, aber dennoch sowohl klanglich, als auch vom Design her überzeugt, der kann durchaus dem Rega RP-1 eine Chance geben. Zwar ist der Plattenspieler sehr klein und wirkt vom reinen Aussehen her in etwa so, als hätte jemand einen Drehteller auf eine Küchenplatte gezimmert, jedoch macht gerade diese äußert einfache und puristische Bauart einen Großteil des Charmes vom Rega RP-1 aus. Auf der Unterseite sind drei widerstandsfähige Gummifüße angebracht, die jedoch auf einem äußert soliden und stabilen Ort aufgestellt werden sollten, da der Plattenspieler etwas empfindlich gegenüber Trittschall ist.

Simples Design, starke Technik

Der Rega RP-1 hält sich im Vergleich zum handelsüblichen USB Plattenspieler deutlich bedeckter und geht mit dem Rundriemenantrieb aus Gummi eher klassischere Wege. Er verzichtet auf die moderne Schnittstelle zu Gunsten von Tradition und einem gewissen altbackenen Liebreiz. Der Drehteller besteht aus Phenolharz, das auch besser unter dem Namen „Bakelit“ bekannt ist. Dieses Material ist einer der ältesten Kunststoffe der Weltgeschichte und sorgt nicht nur für einen feinen und speziellen Glanz, sondern bettet die aufgelegte Schallplatte besonders weich und samtig auf dem schwarzen Tellergrund. Der Tonarm, RB 101, stellt eine Weiterentwicklung des Vorgängers, RB 100, dar. Verbessert wurden vor allem die Qualität der Innenverkabelung, sowie die der Lagerung. Als MM-Abtaster ist unter dem Headshell ein „OM 5E“, des dänischen Herstellers Ortofon angebracht. Dieser ist ein alter Bekannter bei preiswerteren Plattenspielern, doch selten lieferte er so ordentliche Klangergebnisse, wie beim Rega RP-1.

Optimal für Einsteiger mit der Chance zum Aufrüsten

Zugegeben, der Rega RP-1 ist bei weitem kein High-End-Produkt, jedoch ist er gerade zu dem Preis weitaus besser, als ihm viele zugetraut hätten. Das Klangbild ist klar und versteht es den Kern eines Musikstücks zu erfassen und diesem Herz und Seele zu verleihen. Erst bei äußert komplexen Soundstrukturen ist spürbar, dass es klangmäßig noch Raum nach oben gibt, ansonsten sind selbst die Übergänge bei Dynamiksprüngen sauber und lassen keinen Tadel aufkommen. Das Tonbabnehmersystem kann aber noch durch ein höherwertiges ersetzt werden. Zwar wird zum Ermitteln der idealen Auflagekraft eine Balken- oder Federwaage benötigt, jedoch lohnt es sich, da das Design des Plattenspielers tatsächlich seinen speziellen Reiz ausübt und mit noch besserem Abnahmesystem sicherlich auch noch die geringen Schwächen bei den Höhen und Tiefen beseitigen kann.

Fazit

Von der Bauart einmalig, vom Sound her überraschend gut und preislich absolut erschwinglich. Der Rega RP-1 ist bestens für Quereinsteiger und Plattenliebhaber mit klammen Geldbeutel geeignet. Die Möglichkeit der Aufrüstung lässt Potenzial nach oben erkennen, sodass der Besitzer auch mit dem Gerät gemeinsam wachsen kann.